Litigation-PR im Straf- und Zivilrecht

Litigation-PR muss die Besonderheiten und Unterschiede des Straf- und des Zivilrechts berücksichtigen.

Im Strafrecht hilft eine wirkungsvolle, strategische Rechtskommunikation, den Mandanten zu entlasten und dadurch gegenüber den Anklägern zu verteidigen.

Im Zivilrecht kann eine effektive Litigation-PR helfen, bestehende Ansprüche abzuwehren oder zu gewinnen.

Ob in der strafrechtlichen oder der zivilrechtlichen Sphäre: Litigation-PR kann das gerichtliche Klima durchaus im Sinne des Mandanten beeinflussen, denn auch Richter, Beisitzer, Schöffen, Staatsanwälte und Zeugen nutzen Medien.

Strafrecht

Im Strafrecht konzentriert sich die Rolle der Litigation-PR auf die nachhaltige Unterstützung des Angeklagten.

Dabei kann sie zu einem extrem wirkungsvollen Instrument der Verteidigung werden: Litigation-PR liefert ein notwendiges Korrektiv zur Informations- und Deutungshoheit der Staatsanwaltschaft während der Ermittlungsphase und mit ihrer Hilfe lassen sich entlastende Informationen beschaffen. Damit kann der mediale Vorsprung der Staatsanwaltschaft gegenüber der Verteidigung aufgeholt, ergänzt und neu ausgerichtet werden.

Litigation-PR kann erwiesenermaßen die Ermittlungsrichtung der Staatsanwaltschaft beeinflussen. Da es häufig begründete Zweifel an der Neutralität der Staatsanwaltschaft gibt, ist es eine vordringliche Aufgabe der Litigation-PR, die Perzeption des Angeklagten in der Öffentlichkeit und bei den übrigen Verfahrensbeteiligten gezielt zu korrigieren.


Zivilrecht

Eine mächtige, effektive Litigation-PR kann es durchaus schaffen, dass sich die streitenden Parteien bei Fällen mit brisanten Themen, hohen Streitwerten und extremer Komplexität an den Tisch setzen, um einen Vergleich auszuhandeln.

Postulierte Ansprüche können durch eine effektive Litigation-PR wirkungsvoll unterstrichen werden, sowohl gegenüber dem juristischen Gegner als auch in der Öffentlichkeit.

Bei einem schwachen, zweifelhaften Sachverhalt kann eine effektive Litigation-PR mit ihrem Abschreckungspotenzial auch dazu beitragen, dass Anspruchssteller ihre schwache Position und ausbleibende öffentliche Unterstützung rechtzeitig erkennen und daher konsequent von einem Rechtsstreit oder einem Prozess absehen.